Wiese 2017

Wir sind Wiesenpaten

Im Norden Hohenfurchs, kurz vor dem Schilift, dort, wo der Gletscher vor etwa 30 000 Jahren seine Endmoräne hinterlassen hat, ist die Wiese, für die die 3. Klasse die Patenschaft übernommen hat. Pate sein heißt, sich darum kümmern, dass dort weiterhin viele Blumen, Gräser und Kräuter wachsen und nicht vom Riedgras oder Büschen und Bäumen überwuchert werden.

Hier am Hang ist ein sogenannter Magerrasen, er wird nicht gedüngt, deshalb wachsen hier noch Pflanzen, die sich mit dem kiesigen Hangboden zufrieden geben. 35 Sorten stellte die 4. Klasse des letzten Schuljahres zusammen mit dem Biologen Helmut Hermann fest, 25 mehr als auf einer gedüngten Wiese.

Die Paten helfen mit, diese Vielfalt zu erhalten, indem sie einmal im Jahr das gemähte Gras abrechen und so den Wiesenblumen die Chance geben, im nächsten Jahr wieder zu blühen. Im Mai nächsten Jahres können sich die Paten mit dem Ehepaar Hermann davon überzeugen, dass ihre Arbeit erfolgreich war.

Am 4. Mai besuchten wir wieder unseren Hang und überprüften wieder, ob die Vielfalt gegeben ist. Begleitet wurden wir noch von Andrea Dollinger und Monika Fichtl, die auch zusammen mit Angela Kuhn unsere Schulgartengruppe leiten.

In der gedüngten Wiese fanden wir in unserem Prüfquadrat 6 verschiedene Pflanzen, am Hang waren es schon 10 unterschiedliche Sorten. Als wir uns umschauten und Herrn Hermann die gefundenen Exemplare zeigten, stellten wir fest, dass an dem unscheinbaren Hang bis zu 43 verschiedene Gräser, Kräuter und Blumen wachsen, die für viele Insekten Lebensgrundlage sind.

So fanden wir: Silberdistel, Hufeisenklee, Hornklee, Lasakraut, Wiesenknopf, Schwalbenwurz, Zypressenwolfsmilch, Wundklee, Kreuzblümchen, Zwergbuchs, Bergklee, Labkraut, Silberkmantel, Enzian, Salomonsiegel Glockenblume, Margarite, und viele mehr und wir hörten die Grillen und sahen Schmetterlinge und Grashüpfer.

Maria Hermann brachte auch eine Versuchsanordnung mit, an der wir sehen konnten, warum unser Hang so trocken ist. In einem Glaskasten hatte sie 30 cm Boden eines Trockenrasens und einer normalen Wiese. Wir schütteten je einen Liter Wasser hinein und stellten fest, dass beim Trockenrasen, der nur eine dünne Humusschicht hat, gut die Hälfte unten wieder rauslief, der Wiesenboden hielt zwei Drittel des Wassers fest.


Paten wieder im Einsatz

Was verspricht der Wetterbericht, wir brauchen einen schönen Tag, damit die Streu des Trockenrasenhanges trocken und leicht abzurechen ist. Herr Helmut Herrmann hatte den Hang im Norden Hohenfurchs schon gemäht und nun war die 3. Klasse gefragt, alle Schüler trafen sich um 9.00 Uhr am Hang. Zuerst wurde sich mit den Wurst- und Käsesemmeln, die Herr Herrmann mitgebracht hatte, gestärkt.

Von oben nach unten rechten nun die Schüler das Heu, war es zu viel, wurde es mit Planen ins Tal gerutscht.

Unten musste es über den Zaun geworfen werden, damit ein Bauer es abholen kann.

Im Frühjahr werden die Schüler wiederkommen und mit Herrn Herrmann überprüfen, ob wirklich so viele verschiedene Kräuter und Blumen auf ihrem Patenhang wachsen.


Die Patenschaft geht weiter

Auch im Herbst 2009 kümmerten sich die Paten wieder um ihren Trockenrasenhang.

Am Dienstag, den 29. Septemder traf sich die 4. Klasse mit Frau Hermann am Hang. Die Rechen und die Gabeln waren schnell verteilt und da es für die Klasse schon das 2. Mal war, wusste jeder was er zu tun hatte.

Die einzige Änderung war der Lagerplatz für das Heu, da der Bauer nicht mehr in die Wiese, die unterhalb des Hanges liegt fahren will, mussten die Kinder alles quer zum Hang rechen und an den Weg legen.

Eine Brotzeit hatte Frau Hermann natürlich auch wieder dabei und so ging die Arbeit gut von der Hand.

Im Frühjahr 2010 kommen wir wieder und freuen uns auf die vielen Blumen am Hang.


Diesmal war die 3a dran!

Im Oktober 2010 fuhren die Kinder der 3a zum Hang, der vorher schon von Herrn Helmut Hermann gemäht worden war, um ihn abzurechen.

Wir trafen uns mit Frau Maria Hermann und sie erklärte uns zuerst, warum wir das tun sollen und wieso es für die Pflanzenvielfalt so wichtig ist.

Weil die 3a nur 16 Schüler hat, baten wir noch ein paar Eltern, uns zu helfen. Frau Schießl, Frau Tremer, Frau Böhm, Herr Fichtl und Herr Demmler halfen uns und so war die Arbeit sehr schnell erledigt. Leider verzog sich der Nebel erst so gegen 11.00 Uhr, aber dann zeigte sich die Sonne  von der besten Seite und wir konnten noch in den Wald gehen und für HSU einiges erforschen.

Im Frühjahr kommen wir wieder und schauen, welche Pflanzen an unserem Hang wachsen.


Unser Hang im Sommer

Maria und Helmut Hermann erwarteten uns am Hang. Wir arbeiteten in 2 Gruppen. Eine Gruppe zählte und bestimmte die Gräser und Pflanzen auf der gedüngten Wiese unterhalb unseres Hanges, dann machten wir dasselbe an unserem Hang. Das Ergebnis war verblüffend. Auf der gedüngten Wiese fanden wir ca. 10 verschiedene Pflanzenarten, am Hang dagegen 25. Herr Hermann erklärte uns, dass es wahrscheinlich bis zu 65 Arten sind, die an einem Trockenrasenhang leben. Verschiedene Arten brauchen sich, um zu überleben. So legt der Bläuling, ein Schmetterling, seine Eier in die Blüte des Wiesenknopfes, die Raupen fallen zu Boden. Es gibt nur 2 Arten von Ameisen, die sie nicht fressen, sondern mit in ihren Bau nehmen und dort die süßen Ausscheidungen der Raupen fressen. Es macht ihmnen auch nichts aus, dass die Raupe einige ihrer Eier und Maden fressen. Gibt es den Wiesenknpf nicht mehr, kann auch der  Bläuling nicht überleben.

Die 2. Gruppe erkundete mit Frau Hermann den Wald- und Wiesenboden am Hang und unten auf der Wiese. Mit Stereoskopen und Spaten untersuchten wir das Leben im Boden und die Bodenschichten.

Wir haben sehr viel erfahren und gelernt. Deshalb kommen wir im Herbst wieder und rechen unseren Hang ab, damit die Vielfalt erhalten bleibt.


Der Hang ruft!

Jedes jahr im Herbst ruft Frau Hermann vom Bund Naturschutz in der Grundschule Hohenfurch  an, und meldet, dass ihr Mann, Dr. Helmut Hermann, den Hang im Norden Hohenfurchs gemäht hat. Jetzt sind die Paten gefragt. In diesem Jahr war es die Klasse 4a, die sich am Freitag, den 30, September, bei schönstem Wetter aufmachte, um mit Frau Hermann und einem Vater, einer Mutter,  einer Oma und einer Praktikantin den Hang abzurechen. Frau Hermann wartete schon mit Rechen und Gabeln auf die Schüler.

Sie wussten schon, warum diese Arbeit nötig ist, denn sie erfuhren im Sommer von Herrn Hermann, der als Biologe jede Pflanze am Hang kennt, dass hier bis zu 60 verschiedene Blumen und Gräser wachsen. Viele davon konnten sie an diesem Tag schon bestimmen, während Frau Hermann als Geologin, erklärte, warum diese Vielfalt gerade hier vorkommt.

Diese Vielfalt zu erhalten, dafür rechten sie das Heu zusammen, beförderten es mit Planen nach unten und legten es fein säuberlich so ab, dass es ein Bauer am Nachmittag mit dem Ladewagen holen konnte.

Auch an die Brotzeit hatte Frau Hermann gedacht und Frau Tremer hatte noch Süßigkeiten dabei, so dass die Arbeit an diesem Schultag wirklich Spaß machte.

Im nächsten Jahr wird eine andere Klasse die Patenschaft übernehmen, dann erfahren auch sie, dass  auf einer Wiese nicht nur Löwenzahn, Klee, usw wächst.

Am Freitag, den 21. Juni 2013 fuhren wir wieder zu unserem Hang im Norden Hohenfurchs. Maria und Helmut Hermann erwarteten uns bereits. Herr Hermann ging mit der halben Klasse zuerst zu einer Wiese, die noch gedüngt wird. Dort bestimmten wir die Gräser und Blumen, die dort wachsen. Anschließend suchten wir alle Blumen an unserem Hang. Bis zu 82 verschiedene Gräser und Blumen wachsen auf dem Magerrasen, dagegen nur 17 auf einer gedüngten Wiese. Frau Hermann untersuchte mit uns den Boden oberhalb des Hanges. Als oberste Schicht erkannten wir kleine Zweige und Fichtennadeln, die schon von Pilzen durchsetzt waren. Darunter war Erde, Ton, Sand und Kies. Wir sammelten leicht und stark verrottetes Material am Boden und untersuchten es unter dem Mikroskop. Frau Hermann erzählte uns, dass in 1 Kubikmeter Erde 2.000.000.000.000 Lebewesen leben, die alles Lebende zu Kompost verarbeiten. Es war sehr interessant!


25.09.2013

Die Grunndschule Hohenfurch hat für einen Hang mit Magerrasen, auf dem ca. 60 Pflanzenarten gedeihen, die teilweise schon auf der roten Liste stehen, eine sogenannte BIOTOPPATENSCHAFT übernommen.

Hier leben die Feldgrille, verschiedene Enzianarten und Wiesenorchideen, die durch unsere Mähaktion vor dem Tod durch „Verbuschen“gerettet werden.

Dabei wächst bei allen Paten nicht nur ein Bewusstsein für die Zerbrechlichkeit und Kostbarkeit unserer Schöpfung, sondern auch.......ein Riesenhunger und Freude am gemeinsamen Erleben.

Vielen Dank an Maria Herrmann, die uns fachkundig anleitet und köstlich bewirtet!